IPv6 ist das neue Internetprotokoll, mit 128 Bit Adressbereich.
---------------------------------------------------------------- | prefix | SLA-ID | interface-ID | ---------------------------------------------------------------- | 128 bit | | 48 bit | 16 bit | 64 bit |
Die vergebenen / reservierten Präfixe sind in diversen RFCs beschrieben. Einige interessante bzw. wichtige sind:
"2000::/3" - global Unicast
- "2001::/16" - ISP-Adressen zur Weitergabe an Endkunden
- "2002::/16" - 6to4-Tunnel
- "fe80::/10 " - LinkLocal
- "f00::/8" - Multicast
Da es immernoch nur wenige Provider gibt, die native IPv6-Konnektivität anbieten, haben sie verschiedene Standards und Möglichkeiten gebildet diesen Misstand zu umgehen. Auf diesen Seiten habe ich die Möglichkeiten zusammen geschrieben, die ich nutze bzw. genutzt habe um am IPv6-Netz teilzunehmen.
6to4-Tunnel (
http://en.wikipedia.org/wiki/6to4)
Ein einfacher Weg mit IPv6 zu experimentieren ist die Einrichtung eines 6in4-Tunnels. Hierbei richtet ein Dualstack-fähiger Router einen IP-Tunnel mit einem 6to4-Gateway ein. Zwischen den beiden Tunnelpartnern werden dann IPv4-Packete gesendet. In diesen IPv4-Packeten ist dann die eigentliche IPv6-Nutzlast eingepackt.
6to4-Setup
Meine ersten 6in4-Erfahrungen habe ich durch
diesen Vortrag auf dem
19C3 gemacht.
6in4-prefix
Die ersten 16 Bit müssen "2002" sein. Dann folgt die globale IPv4-Adresse (32 Bit) in hexadezimaler Schreibweise. Der Doppelpunkt kommt natürlich zwischen zweitem und drittem IPv4-Octett.
Somit ergibt sich aus der IPv4-Adresse "194.29.229.78" folgendes IPv6-Netz: "2002:c21d:e54e::/48".
Sixxs - Tunnelbrocker
Wenn man jetzt das weit verbreitete Problem hat, dass sich die eigene IP-Adresse ständig ändert (DSL-Dialup-account mit Zwangstrennung), ergibt sich auch eine ständig wechselnde IPv6-Adresse wenn der "6to4-Prefix"-Ansatz verfolgt wird. Solche Wechselnden Adressen ist ja nicht dass was man man haben möchte.
Meine Lösung dieses Problems habe ich beim Tunnelbrocker "
Sixxs" gefunden. Die Leute bieten einen kostenlosen Service mit mehreren Pops weltweit an, der schon seit mehr als 5 Jahren verfügbar ist.
Dort einen Tunnel zu bekommen ist recht einfach:
- Account einrichten
- Tunnel beantragen
- diesen Tunnel ein paar Tage in Betrieb halten
- für diesen Tunnel ein Subnetz beantragen
Die Anmelde- und Beantragungsprozeduren dauern schonmal ein paar Stunden, da die Angaben manuell auf Plausibilität überprüft werden. Diese Maßnahme dient der Vorbeugung von Missbrauch. Um ein möglichst stabiles IPv6-Netz zu errichten und eine möglichst viele IPv6-Hosts online zu halten, gibt's ein "Credit-System"; man bekommt Credits für aktive Tunnel, debugging und developing IPv6-stuff. Für neue Tunnel, Subnetze oder nicht erreichbare Tunnel werden Credits abgezogen (daher auch die Wartephase zwischen Tunneleinrichtung und Subnetzeinrichtung).
6-tunneling between two ipv4 hosts / nets
- setup Bernau
ip tunnel add uplink6 mode sit local 192.168.0.1 remote 192.168.15.2 ttl 255 ip link set uplink6 up ip addr add 2002:c21d:e54e:0100::2/56 dev uplink6 ip route add ::/0 via 2002:c21d:e54e:100::1
- setup Berlin
ip tunnel add bernau6 mode sit remote 192.168.0.1 local 192.168.15.2 ttl 255 ip link set bernau6 up ip addr add 2002:c21d:e54e:0100::1/56 dev bernau6
IPv6-Netze konfigurieren
SLA-ID (Site Level Aggregation-ID)
Diese 16 Bit werden durch den lokalen Netzadmin verwaltet. Das ist wohl meist die selbe Person, die auch den 6in4-Tunnel einrichtet ...
In meinem Setup habe ich die 16 Bit in zwei 8 Bit-Bereiche geteilt. Die ersten 8 Bit (Location-ID) zur Adressierung des per IPv6 verbundenen Netzwerkes. Die zweiten 8 Bit (Location-Net) dienen zur Identifizierung des Subnetzes innerhalb des mit den ersten 8 Bit angesprochenen Netzwerkes.
| Location | Location-Net | Bezeichnung |
| 0x00 (000000002) | 0x00 (000000002) | Berlin / ext IP |
| 0x00 (000000002) | 0x80 (100000002) | Berlin / wired-net |
| 0x00 (000000002) | 0x81 (100000012) | Berlin / wlan-IP |
| 0x00 (000000002) | 0x90 (100100002) | Berlin / DMZ |
| 0x01 (000000012) | 0x00 (000000002) | Bernau / public-IP |
| 0x01 (000000012) | 0x80 (100000002) | Bernau / wired-net |
interface-ID
Diese 64 Bit ergeben sich aus der MAC-Adresse bei der automatischen Konfiguration mittels "radvd-daemon".
